In der Regel bringen wir alle unter

Ausbildung – Schüler der Gustav-Werner-Schule bereiten sich in örtlichen Betrieben auf ihre Berufswahl vor. Unterstützung durch »Wirtschaft macht Schule

Schülerinnen und Schüler der Gustav-Werner-Schule in Walddorfhäslach werden ab sofort nicht mehr täglich die Schulbank drücken. Seit Beginn des neuen Jahres verbringen sie einen Tag pro Woche in Betrieben und bereiten sich auf ihre Berufswahl vor.

Das anspruchsvolle Angebot zur Berufsvorbereitung richtet sich an Schülerinnen und Schüler in Klasse acht. »Die Jugendlichen durchlaufen während des gesamten Schuljahres insgesamt vier Praktikumsphasen, davon drei Tagespraktika und eines als 14-tägiges Blockpraktikum«, erklärt Carmen Bachmann, Klassenlehrerin an der Gustav-Werner-Schule.

Sie begleitet bereits die zweite Klasse bei der Berufsvorbereitung nach Walddorfhäslacher Modell und ist von den Erfolgen überzeugt: »Die Jugendlichen entwickeln während der Praktika klare Vorstellungen vom eigenen Berufswunsch und bauen vor allen Dingen persönliche Kontakte zu Ausbildungsbetrieben auf«, betont die Pädagogin.

Auch im schulischen Unterricht beobachtet sie eine deutliche Leistungssteigerung der Schülerinnen und Schüler. »Die Erfahrung im Betrieb motiviert, sich auch in der Schule mehr anzustrengen«, so Bachmanns Erfahrung.

Vor dem Start in die erste Praktikumsphase seien die Schüler »schon ein bisschen aufgeregt«, gesteht Carmen Bachmann. Durch Rollenspiele und gezieltes Training werden sie jedoch auf die Zeit im Betrieb vorbereitet. Bevor es richtig losgeht, schreiben die jungen Damen und Herren zunächst eine schriftliche Bewerbung.

»Wir pflegen intensive Kontakte zur Wirtschaft«

Auch dabei gibt es Unterstützung von den Fachlehrern. »Im Deutschunterricht üben wir die schriftliche Formulierung, behandeln Stil- und Grammatikfragen, im sogenannten ITG-Unterricht lernen wir die Texte am Computer zu schreiben – so profitiert auch der Fachunterricht von unserem Konzept«, erläutert die Lehrerin.

Sie legt großen Wert darauf, auch während des Praktikums für ihre Schülerinnen und Schüler da zu sein und besucht zusammen mit den Fachlehrern jeden einmal oder auch mehrmals im Betrieb. »Dieser Mehraufwand lohnt sich für uns«, so Bachmann.

Tatsächlich bleibt der Erfolg nicht aus: Die Vermittlungsquote liegt an der Gustav-Werner-Schule ungewöhnlich hoch: »In der Regel bringen wir alle unter«, berichtet Schulleiter Ralf Michael Röckel, der das Modell seit insgesamt vier Jahren umsetzt.

Unterstützt wird die Hauptschule in Walddorfhäslach von rund 70 Betrieben vor Ort. »Wir haben ein solides Netzwerk aufgebaut und pflegen intensive Kontakte zur Wirtschaft«, betont der Schulleiter. Dennoch seien weitere Angebote sehr willkommen. Die Gustav-Werner-Schule erhält Förderung durch die IHK-Kampagne »Wirtschaft macht Schule«

Informationen zu dieser IHK-Kampagne gibt es bei Ida Reichenecker, die im Bereich Aus- und Weiterbildung der Reutlinger Industrie- und Handelskammer tätig ist. (ihk/GEA)