Hölzerne Rennkiste in knalligem Ferrari-Rot

Straßenfest – Schüler der Gustav-Werner-Schule haben ihre Seifenkiste fürs Rennen im September schon fast fertig

Wochenlang haben sie gesägt, gehämmert und geschliffen, jetzt ist sie fast fertig: die Seifenkiste der Gustav-Werner-Schule fürs Rennen beim Liederkranz-Straßenfest Anfang September. Jeden Donnerstag zwei Stunden haben die Schüler unter Anleitung von Techniklehrer Karlheinz Ott an der Kiste gebaut. Es fehlt nur noch der Anstrich. »Ferrari-Rot« soll er werden, sagt Ott.

Zwölf Seifenkisten werden an den Start gehen. Organisator des Rennens ist der Gewerbeverein. Er hat auch die Bausätze besorgt und sponsert die einzelnen Teams. Beim Seifenkisten-Bauen haben die Schüler bisher die Nase vorn. Sie haben sich ordentlich rangehalten, auch wenn es nicht immer einfach war, die einzelnen Arbeitsschritte auf die Reihe zu kriegen. Die anderen Teams müssen jetzt erst einmal nachziehen.
»Der Anfang war das Schwierigste«, berichtet Ott. Zwar kann jeder seine Phantasie in den Bau der Seifenkiste mit einbringen, doch letztlich lässt das Reglement nicht allzu viel Spielraum übrig. Die Pläne wurden genau studiert und dann ging’s los. »Viel Kleinarbeit gab’s«, erklärt Ott, doch als sein Arbeitsmotto »viele Hände, schnelles Ende« befolgt wurde, lief’s recht flott. Und was dabei heraus kam, stellt auch Rektor Ralf-Michael Röckel zufrieden.
Von den Schülern, die mit Ott die Seifenkiste bauten, kann sich allerdings keiner beim Rennen ans Steuer setzen. »Die Achtklässler sind alle zu groß«, sagt der Techniklehrer. Eigentlich sind die Baupläne auf 14-Jährige abgestimmt, aber »heute sind die Jungs offensichtlich größer als in der Zeit, zu der die Bestimmungen gemacht wurden«. Jetzt muss sich halt ein Schüler aus der siebten Klasse hinter den Lenker zwängen. Insgesamt zwölf Teams werden im September über die Startrampe flitzen. Zu ihnen gehören neben der Gustav-Werner-Schule auch der TV Häslach, der SV Walddorf, der Musikverein, der CVJM, die Alte Turnhalle, die Theaterleut, vier Bauwagen sowie die evangelische Kirche in Häslach.
Jedes Team wird von ein bis zwei Gewerbebetrieben im Ort gesponsert. Sie zahlen die Bausätze (Räder, Bremsen, Lenkrad, Stahlachse, Lenkseile) und auch das Holz für die Karosserien.
Die Rennstrecke führt das »Pfädle« in Walddorf hinunter und ist rund 400 Meter lang. Die Seifenkisten werden Geschwindigkeiten bis zu 30 Stundenkilometer erreichen. »Der Mutigste, der am wenigsten bremst, wird am Ende gewinnen«, glaubt Röckel.(vit)