Stars für die Schule

Startschuss für die Stars

Lange hat die Jury darüber diskutiert, welche der 108 Bewerber beim Projekt „Stars für die Schule“ einen prominenten Paten zur Seite gestellt bekommen. FOCUS-SCHULE stellt die Siegerschulen und ihre Mentoren vor.
Seit Beginn des neuen Schuljahres bereiten sich die Schüler auf ihre Paten vor und überlegen, welche Ideen sich gemeinsam realisieren lassen. Die Prominenten kommen zwei bis drei Mal in diesem Schuljahr an die Schule.

Marien-Gymnasium Werl und
Heinrich-Heine-Gymnasium Dortmund

Projektbereich: Wissenschaft
Pate: Mojib Latif

Juryentscheidung: Die Wahl der Jury fiel auf diese beiden Schulen, weil sie sich seit Jahren durch eine intensive Kooperation im Bereich Klima und Klimawandel auszeichnen. Die Schulen liegen rund 40 Kilometer voneinander entfernt im Herzen Westfalens. Im Unterricht beider Lehrer spielt das Thema Klimawandel eine große Rolle. On globaler Kohlenstoff-Kreislauf, Aktionen mit dem Energiekoffer, ein Energiesparprogramm für beide Schulen oder Schülerversuche mit Treibhausgasen – die Lehrer machen den Jugendlichen diese Themen begreifbar. Ein Höhepunkt steht im kommenden Jahr an: Dann solle es in die Barents-See gehen.
Latif: „Klimaschutz fängt bei jedem von uns an. Deswegen freue ich mich besonders, die tollen Aktivitäten der beiden Schulen kennenzulernen und zu unterstützen.“

Wilhelm von Oranien-Schule, Dillenburg
Projektbereich: Musik
Pate: Silbermond

Juryentscheidung: Die Schule glänzt seit Jahren mit vielfältigen Aktivitäten im Musikbereich und hat sogar schon mit prominenter Unterstützung gearbeitet. 1999 stand „Pur“-Schlagzeuger Martin Stöcker dem Schulchor bei einer CD-Produktion zur Seite. Die Proben zum Musical „Colour of love“ begleitete Musicaldarsteller David Thomas und Workshops zu dem Projekt wurden von Ralf Gustke, dem Drummer von Xavier Naidoo, geleitet. Das Musical feierte mit acht ausverkauften Vorstellungen (mit je 1000 Zuschauern) riesige Erfolge. An dieser Schule werden Musiktalente gefördert – wie auch der Werdegang einiger Schüler zeigt.
Silbermond: „Die Wahl ist auf diese Schule gefallen, weil sie es nachweislich schafft, vielen ihrer Schüler Spaß an der Musik zu vermitteln und Talente zu fördern“, sagt Bassist Johannes Stolle.

Gustav-Werner-Schule Walddorfhäslach
Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule

Projektbereich: Wirtschaft
Pate: Lothar Späth
„Cleverle“, „König von Jena“, „Lothar I.“ – die Liste seiner Spitznamen ist so lang wie die der Ämter, die er innehatte. Der 69-Jährige engagiert sich auch als Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und ist Co-Präsident der deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Juryentscheidung: Hauptschüler sind häufig im Nachteil, wenn es um die Suche eines Ausbildungsplatzes geht. Die Gustav-Werner-Schule setzt hier an und hilft mit einer umfassende Berufsvorbereitung, in der sie die Kompetenzen der Schüler für ihr künftiges Leben erhöht. Sie arbeitet mit 80 örtlichen Handwerksbetrieben zusammen, um den Jugendlichen einen Einblick ins Berufsleben zu geben und den Start zu erleichtern. Das Konzept geht auf: Bislang konnten alle Schüler auf eine weiterführende Schule oder in eine Ausbildung vermittelt werden.
Gustav-Werner-Schule, Walddorfhäslach
Späth: „Die Unternehmen brauchen den Nachwuchs aus den Hauptschulen. Ausbildungsplätze dürfen nicht unbesetzt bleiben, weil es an qualifizierten Bewerbern fehlt. Ich möchte Mut machen, motivieren und helfen und freue mich auf die Zeit als Schulpate.“

Don-Bosco-Schule, Haselünne
Förderschule
Projektbereich: Sport
Patin: Kati Wilhelm

Juryentscheidung: Ganz bewusst legt die Förderschule einen Schwerpunkt im Bereich Sport und Ernährung – den Eckpfeilern von Gesundheit. Für die sonderpädagogische Schülerschaft sind diese zwei Punkte besonders wichtig, um Entwicklungsrückstände zu überwinden. Zudem ist es für ihre motorisch nicht ganz so starken Schüler häufig schwer, in Vereinen Fuß zu fassen. Also bieten die Haselünnener jede Woche zwei zusätzliche Sportstunden an, um den Kinder soviel Bewegung und Spaß daran zu geben wie möglich. Ein Engagement, das bei Wettkämpfen schon häufig belohnt wurde: Meist landeten die Schüler auf den vorderen Plätzen.
ZUM THEMA
Kati Wilhelm: „Individuelle Förderung spielt eine ganz wichtige Rolle bei der Entwicklung von Kindern. Die Schule und ich werden ein gutes Team sein – mit vielen Ideen und natürlich mit viel Spaß.“

Gymnasium am Silberkamp, Peine
Gymnasium
Projektbereich: Medien
Pate: Thomas Gottschalk

Juryentscheidung: Die Juroren haben diese Schule ausgewählt, weil sie ein breit gestreutes Angebot im Bereich Rhetorik bietet – was vor allem im berufliche Leben von großer Bedeutung ist. Präsentations- und Moderationstechniken sind beim Vorstellungsgespräch und im Job unerlässlich. In Peine wird der komplette 12. Jahrgang in diesem Fach geschult. Außerdem nimmt das Gymnasium regelmäßig erfolgreich an Rhetorik-Wettbewerben teil. Fünfmal landeten die Schüler mit ihrer Wortgewandtheit bereits auf den ersten Plätzen regionaler Ausschreibungen. Thomas Gottschalk: „Mein Vorbild für die Redekunst war mein Onkel. Er begann seine berufliche Laufbahn als Kaplan ausgerechnet in Peine. Ich freue mich über diesen Zufall!“

Hansa-Gymnasium, Stralsund
Gymnasium
Projektbereich: Theater
Pate: Peter Lohmeyer

Juryentscheidung: Das Hansa-Gymnasium überzeugte die Juroren mit einer unglaublich kreativen Bewerbung, in der die Schüler ihre Liebe zum Theater poetisch ausdrückten. Dieses Schreiben fiel – im positiven Sinn – komplett aus dem Rahmen. Eine künstlerische Leistung. Auch ihr Publikum begeistern die Stralsunder immer wieder mit ausgefallenen Aufführungen. Für sie bedeuten Theater und Musical „Pausen vom Pauken und Emotionen auszutauschen“. Ihre Freude am Bühnenspiel steckt an und ihr Ideenreichtum soll belohnt werden.