Annerkennung für herausragende Leistungen

Zentrale SIEGEL-Vergabefeier in der König-Karl-Halle im Haus der Wirtschaft in Stuttgart

Fotonachweis: IHK Reutlingen

121 Schulen aus Baden-Württemberg erhalten das BoriS – Berufswahl-SIEGEL
Im Rahmen einer Feierstunde erhielten heute (23.06.08) 121 Schulen aus dem Land
erstmals das BoriS – Berufswahl-SIEGEL der Landesstiftung Baden-Württemberg. Mit
dem SIEGEL werden Schulen ausgezeichnet, die sich in herausragender und
beispielhafter Weise um ihre Schüler bemühen und ihnen bei der Wahl eines Berufes mit
Rat und Tat zur Seite stehen. Herbert Moser, Geschäftsführer der Landesstiftung, und
Prof. Dr. Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der IHK Hochrhein-Bodensee,
überreichten im Haus der Wirtschaft die Urkunden an die Vertreter der Schulen.
Viele Jugendliche stehen am Ende ihrer Schulzeit vor einer großen Herausforderung: Sie
müssen sich je nach individueller Situation zwischen rund 350 dualen Ausbildungsberufen,
zahlreichen fachschulischen Ausbildungsgängen und einer kaum überschaubaren Zahl an
Studiengängen für „ihren“ Beruf entscheiden. Es ist eine Entscheidung, die ihren weiteren
Lebensweg wesentlich bestimmt und deshalb gut vorbereitet sein muss. Die Berufs- und
Studienwahlorientierung junger Menschen in Baden-Württemberg ist daher eine wichtige
Aufgabe von Schulen und ihren Partnern.
Herbert Moser, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg betont, „Jugendliche brauchen eine klare Vorstellung davon, was sie in ihrem zukünftigen Beruf erwartet. Das Berufswahl-SIEGEL Baden-Württemberg honoriert Schulen, die Schülerinnen und Schüler bei der Berufs- und Lebensplanung schon jetzt unterstützten. Und es soll andere Schulen ermutigen, es ihnen gleich zu tun.“

Mit dem Projekt „BoriS – Berufswahl-SIEGEL Baden-Württemberg“ hat die Landesstiftung
Baden-Württemberg ein Netzwerk initiiert, das landesweit die Zusammenarbeit beim Übergang  Schule – Beruf stärken soll. Eine breite Koalition von Partnern im Bereich schulischer und beruflicher Ausbildung hat sich zusammengetan. Neben dem Kultus- und
Wirtschaftsministerium wird das Projekt vom Industrie- und Handelskammertag Baden-
Württemberg und dem Handwerkstag Baden-Württemberg getragen.
In seiner Ansprache beschrieb Professor Marx dieses Netzwerk als eine exzellente Chance, die Schnittstellen in der Bildungs- und Berufskarriere junger Menschen effizienter zu gestalten.
Während in die kontinuierliche Verbesserung der einzelnen Abschnitte solcher Karrieren – der Schule, der weiterführenden Schule, der Berufsausbildung oder dem Studium – sehr viel Mühe und Engagement investiert worden sei, habe man die Nahtstellen, an denen ein System an das andere angrenze, vernachlässigt. „Die beste Schule nützt aber nichts, wenn sie in eine für den einzelnen Schüler ungeeignete Berufsausbildung mündet. Damit der Werdegang junger Menschen an der Schnittstelle Schule/Wirtschaft nicht dem Zufall überlassen bleibt, müssen Schulen und Wirtschaft intensiv zusammenarbeiten, lange bevor die eigentliche Schulzeit ende.“, so Marx weiter.
Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland, in dem das Netzwerk Berufswahl-SIEGEL, das auf einer Initiative der Bertelsmann Stiftung beruht, flächendeckend aktiv ist und
wissenschaftlich begleitet wird. Dr. Jens Prager von der Bertelsmann Stiftung betont, dass „ein gelingender Übergang von der Schule in eine qualifizierende Ausbildung die
Grundvoraussetzung für individuelle Teilhabe am Arbeitsmarkt und damit auch am
gesellschaftlichen Leben insgesamt ist. Systematische schulische Berufsorientierung in enger Kooperation mit der Wirtschaft liefert hierzu einen wesentlichen Schlüssel.“
Alle weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg, die Berufsorientierung für Schüler
anbieten und an einer Zertifizierung der Qualität ihrer Arbeit durch das Berufswahl-SIEGEL
interessiert waren, konnten am Wettbewerb teilnehmen. Eine Jury aus Vertretern der
Unternehmen, Schulen und Kammern hat die Angebote unter die Lupe genommen und anhand eines einheitlichen Kriterienkatalogs bewertet.
121 Schulen aus 12 Regionen gehören zu den glücklichen Preisträgern. Bei den
ausgezeichneten Projekten steht der beispielhafte Austausch zwischen Schule und Wirtschaft im Vordergrund. Dabei reicht das Spektrum vom Berufswahlcamp über Bewerbertrainings bis hin zu organisierten Praktika.
Das Berufswahl-SIEGEL Baden-Württemberg verfolgt im Wesentlichen drei Ziele: Die berufliche Orientierung und Studienorientierung von Schülerinnen und Schülern zu verbessern, die Zusammenarbeit von Schulen mit externen Partnern auszubauen sowie Transparenz hinsichtlich der Angebote und Aktivitäten zu schaffen. Damit soll der Wettbewerb angeregt und ein möglicher Einstieg in die Qualitätsentwicklung von Schulen aufgezeigt werden. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die erprobten Instrumente anderen interessierten Schulen zugänglich gemacht werden und das Netzwerk weiter aufgebaut wird.
Das SIEGEL hat eine Gültigkeit von drei Jahren. Danach werden die Schulen von der Jury
rezertifiziert und können – sofern sie die Standards eingehalten und die Angebote erweitert
haben – das SIEGEL für weitere 3 Jahre erhalten.