Der Schlüssel zu mehr Chancen

Ulrich Noll und Hagen Kluck versprechen Hilfe beim Kultusministerium

Die Gustav-Werner-Schule beabsichtigt einen Antrag an das Kultusministerium zu stellen, künftig als Modellschule den Bildungsgang zur Mittleren Reife an dieser Schule anbieten zu können.
Mit dem Antrag an das Kultusministerium soll erreicht werden, dass die Schüler nicht zum Wechsel an eine externe weiterführende Schule verwiesen werden müssen. Dieser Tage hatte die Gustav-Werner-Schule den Fraktionsvorsitzenden der FDP im Landtag Dr. Ulrich Noll sowie den Landtagsabgeordneten Hagen Kluck eingeladen.

Schulleiter Ralf-Michael Röckel betonte, dass der Besuch von Bedeutung sei, um aufzuzeigen, dass sich auch eine kleine, aber feine leistungsstarke Hauptschule präsentieren kann. Die Hauptschule in Walddorfhäslach vermittele seit Jahren nahezu alle Absolventen an weiterführende Schulen.
Für ihn wäre es sinnvoll, so Schulleiter Röckel weiter, dass die Schüler in ihrer näheren Umgebung eine Schule besuchen könnten. Dies wäre eine optimale Voraussetzung, denn gerade Hauptschüler benötigen kleine Lerngruppen und eine optimale Lernumgebung, damit sie bestmöglich gefördert werden.
In der politischen Diskussion der Landesregierung gehe es nicht mehr um die Kinder vor Ort, sondern um haushaltspolitische Vorgaben sagte Röckel. „Gute Bildungspolitik ist präventive Sozialpolitik, und gute Bildungspolitik ist auch der erste Schritt in eine gute Wirtschaftspolitik und wir gehen fast im Gleichschritt mit der Regierung, wollen unsere Hauptschule konzeptionell weiter entwickeln und für die Schüler einen mittleren Bildungsabschluss“, so Röckel. Eine einzügige Hauptschule mit sehr gut ausgestatteten Fachräumen und einer intakten Sozialstruktur im Umfeld sei durchaus vorstellbar, dass sie ein Art „Schulversuch – Modell ländlicher Raum“ über vier bis fünf Jahre starten würden, um nach Ablauf dieses Zeitraumes zu überprüfen, ob das Modell 10. Schuljahr in Walddorfhäslach zum Wohle der Schüler geführt hat.
„Für diese vier bis fünf Jahre müssten wir an der Gustav-Werner-Schule keine großen baulichen Investitionen tätigen. Es würde sich hierbei lediglich um zusätzliche Lehrerdeputate handeln“, machte Röckel klar.
Bürgermeisterin Silke Höflinger führte aus, dass die Gustav-Werner-Schule mit mehr als 80 Gewerbetreibenden kooperiere. „Die Möglichkeit, am Ort die Mittlere Reife zu erlangen, wäre nur ein weiterer Baustein für unsere Gemeinde, die mit vielen Projekten für junge Familien äußerst attraktiv ist“, so Höflinger. Deutlich wurde, dass mit einem guten Hauptschulabschluss zwar nach wie vor Ausbildungsplätze zu finden sind, aber viele Berufswünsche nur mit einem mittleren Bildungsabschluss zu erreichen sind.
Ulrich Noll und Hagen Kluck zeigten sich beeindruckt vom Engagement und Qualität der Schule. Noll betonte, dass eigenständige Schulkonzepte der Schlüssel zu mehr Chancen für junge Menschen seien, und dass diese Schulkonzepte je nach örtlicher Gegebenheit von allen Beteiligten getragen werden müssen. Dabei seien im ländlichen Raum andere Voraussetzungen als in Ballungsräumen zu berücksichtigen. Die Gustav-Werner-Schule stehe beispielhaft für Schulentwicklung im ländlichen Raum.
Als Fazit versprachen Noll und Kluck, den von der Schule zusammen mit der Gemeinde gestellten Antrag, den mittleren Bildungsabschluss zu etablieren, dem Kultusministerium gegenüber nachdrücklich zu unterstützen.