Das ist ein richtiger Schatz

Die Gustav-Werner-Schule hat ein »Großes Jahrgangsbuch« mit Schülern der vergangenen 130 Jahre erstellt.

»Für alle in Walddorfhäslach ist das Buch ein richtiger Schatz«, sagt Ralf-Michael Röckel, Rektor der Gustav-Werner-Schule. Und auch Gemeinderat Werner Böttler ist von dem Band begeistert: »Das ist ein wunderschönes Bilderbuch für Erwachsene.«

Gemeint ist das »Große Jahrgangsbuch«, das Mitte Dezember erscheinen wird, und in dem fast alle, die in den vergangenen 130 Jahren in Walddorf zur Schule gingen, auch abgebildet und namentlich erwähnt sind. Die Idee zu dem Bildband entstand nach dem Jubiläum »50 Jahre Schule in den Weiherwiesen« in Walddorf. Damals im September 2007 gab es eine Ausstellung mit Fotos, auf denen die Schüler der vergangenen fünf Jahrzehnte abgebildet waren. Diese Ausstellung, die viel Zuspruch fand, sollte in einem Buch dokumentiert werden.
Doch alle Beteiligten wurden plötzlich von der Entwicklung und dem ungeheueren Interesse an der Schulgeschichte »absolut überrollt«, erzählt Röckel. Ursprünglich sollte das Buch nur rund 60 Seiten haben. »Wir dachten wir machen das in zwei bis drei Wochen«, berichtet Böttler. Doch dann wurden immer mehr Schüler-Gruppenfotos, die auch wesentlich älter als 50 Jahre waren, in der Schule abgegeben. Die ursprüngliche Planung wurde förmlich über den Haufen geworfen. Röckel: »Das hat eine Eigendynamik bekommen, von der wir völlig überrascht wurden.« Röckel und Böttler erkannten bald, dass die 60 Seiten bei weitem nicht ausreichen würden. Böttler: »Der Umfang des Buches ist richtig explodiert.« Das Format wurde auf DIN A 4 quer vergrößert. Damit jeder Jahrgang auch im Buch abgebildet werden kann, hat es jetzt 238 Seiten.
Mit den vielen Schülerfotos ging die Arbeit richtig los. Man brauchte ja auch noch die Namen. Und bei dieser Recherche halfen Rainer Burkhardt, Manfred Klein, Elfriede Krämer, Ernst Gaiser und Oliver Wezel mit. In detektivischer Kleinarbeit und persönlicher Befragung erforschten sie im Ort die Namen der Schüler – bis ins Jahr 1877 reichten diese zurück. Und die »Detektive« waren meist erfolgreich.
In den Bildunterschriften zu den Klassenfotos blieben bei den Namen nur wenige Lücken übrig. Hilfreich bei der Suche nach den Namen war auch, dass der ehemalige Schulleiter Manfred Klein in seiner Amtszeit alle Karteikarten der Schüler aufgehoben hat.
Das Buch wird laut Röckel nun auch zu einem wichtigen historischen Dokument. Vor allem an der Kleidung der Schüler könne man den Wandel der Zeit erkennen. So sehe man beispielsweise auf einem älteren Foto, dass die Schüler noch genagelte Schuhe getragen hatten. Aus den ursprünglich zwei bis drei Wochen wurden schließlich »13 Monate intensiver Arbeit«, erzählt Röckel. Das Buch ist nun sortiert nach den Geburtsjahrgängen. Mit einigem Aufwand hat Böttler, in dessen Druckerei das Jahrgangsbuch gedruckt wird, die einzelnen Fotos digital aufbereitet. Wo es notwendig war, wurden auch retuschiert, »doch wir haben versucht, den Charakter der Originale zu erhalten«.
Das Buch wird Mitte Dezember erscheinen. Es hat eine Auflage von 500 Exemplaren. »Wenn die dann weg sind, sind sie weg. Es wird nicht mehr nachgedruckt«, meint Böttler. Die Bücher liegen nach dem Erscheinen in den Walddorfhäslacher Geschäften, im Rathaus und der Schule aus. Man kann sie auch ab sofort in der Gustav-Werner-Schule vorbestellen. (vit)