Das war eine richtige Punktlandung

Sonderpreis in der Kategorie »Technik und Wirtschaft«

Stolz heben René Bender, Patrick Hätinger und Justus Mattedi ihre Gewinner-Urkunde in die Höhe. Beim bundesweiten Wettbewerb »Schule macht Zukunft« haben die drei Walddorfhäslacher Hauptschüler den Sonderpreis in der Sparte »Technik und Wirtschaft« gewonnen und damit sogar einige Gymnasiasten hinter sich gelassen. »Die drei sind wirklich über sich hinausgewachsen«, freut sich Konrektor Norbert Fehrle.
Über 100 Schulen mit weit über 1 000 Schülern aus ganz Deutschland nahmen an dem Wettbewerb der Zeitschrift Focus teil. Die Walddorfhäslacher Gustav-Werner-Schule hatten ihr Projekt »Umweltfreundliche Antriebe heute und morgen«, bei dem ein selbst entwickeltes Elektro-Fahrrad im Mittelpunkt stand, eingereicht. Nach der Präsentation vor einem Monat im Hof der Gustav-Werner-Schule bewertete ein Professor aus Stuttgart das Projekt so gut, dass das Schüler-Trio zum Finale nach Wolfsburg eingeladen wurde.

Und dort traten sie gegen große Konkurrenz an. Sie mussten sich in der Autostadt gegen 18 Gymnasien und eine weitere Hauptschule behaupten. Für ihre Präsentation vor einem großen Publikum hatten sie nur fünf Minuten Zeit. »Wir hatten uns sehr beharrlich vorbereitet und den Auftritt oft geübt«, erzählt Fehrle. Und das zahlte sich aus. Fehrle: »Die drei Hauptschüler haben ihre Power-Point-Präsentation sehr selbstbewusst vorgetragen.« Und es war »eine richtige Punktlandung«. Mit dem Schlussgong nach fünf Minuten waren sie mit ihrer Präsentation fertig.
Danach mussten sie sich drei Minuten den Fragen der Jury stellen. Dabei ging es um die Akkus, die sie für ihr Elektrofahrrad benutzt haben und um die Zukunft des Projektes. »Die drei Jungs haben bei der Fragerunde bewiesen, dass sie nicht auf dem jetzigen Stand der Technik verharren, sondern sich auch für neue Technologien interessieren und sich auf diesem Gebiet sehr gut auskennen«, lobte Fehrle.
»Vor dem Auftritt waren wir schon sehr aufgeregt«, erzählt René Bender. »Wir haben uns vorher noch einmal alles durch den Kopf gehen lassen«, fügt Patrick Hätinger hinzu. Und für Justus Mattedi war es dann »eine richtige Erleichterung, als der Vortrag losging«.
Pluspunkte sammelten die drei Schüler auch durch ihre Aufmachung. Im Gegensatz zu den meisten Gymnasiasten, die in Anzügen oder mit Sakko aufgetreten waren, kamen die Walddorfhäslacher in blauer Arbeitskleidung auf die Bühne. »So etwas haben wir auch bei unserer Arbeit in der Schule getragen«, meint René Bender. Bei der Preisverleihung hieß es dann deshalb auch: »Der Sonderpreis in der Kategorie Technik und Wirtschaft geht an die drei Blaumänner aus Walddorfhäslach.«
Beeindruckt von seinen Schülern war auch Rektor Ralf-Michael Röckel, der ebenfalls mit nach Wolfsburg gereist war: »Sie waren dort wirklich anerkannt. Man hat keine großen Unterschiede zu den Gymnasiasten gesehen.« Die Preisverleihung im großen Foyer, genannt Piazza, habe schon »einen Hauch von Hollywood« gehabt.
Die Teilnahme am Wettbewerb »hat sich in jeden Fall gelohnt. Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht«, resümiert Mattedi. Und es sei schön gewesen, zu sehen, »dass wir mit den Gymnasien mithalten konnten«, zeigt sich Hätinger stolz. »Das war schon cool«, gab sich auch Bender beeindruckt.
Das Elektrofahrrad-Projekt der drei Schüler, die gerade mitten in ihrer Hauptschulabschlussprüfung stecken und die alle schon eine Lehrstelle sicher haben, geht noch weiter, denn es liegen bereits eine Vielzahl von Vorbestellungen vor. In das Projekt eingestiegen ist jetzt auch Johannes Fischer aus Häslach, ein ehemaliger Schüler der Gustav-Werner-Schule. Er hat inzwischen einen Gewerbeschein für den weiteren Umbau der Fahrräder erworben. (GEA)