Ein echtes Sommermärchen

Fußball – Walddorfhäslacher Grundschüler beim Drei-Löwen-Cup im Endspiel, ebenso wie Ohmenhäuser Mädchen

»Das war echt ein Sommermärchen. Wahnsinn!« Sportlehrer Grischa Jauch von der Gustav-Werner-Schule konnte es kaum fassen, was seine Jungs beim Finale des Drei-Löwen-Cups in Stuttgart erreicht haben. In der Vorrunde spielten die Grundschüler jeden Gegner an die Wand. Ähnlich war es im Viertel- und Halbfinale. Nur das Endspiel verloren die Walddorfhäslacher knapp und etwas unglücklich nach Verlängerung mit 1:2 gegen die Grundschule aus Frankenbach.

Insgesamt 15 000 Kinder aus 1 300 Grundschulen machten diesmal beim Drei-Löwen-Cup mit. Erst auf Kreis-, später auf Regierungsbezirksebene mussten sie sich für das Landesfinale in Stuttgart qualifizieren. Die Walddorfhäslacher nahmen alle Hürden mit Bravour. »Ich wusste, dass wir ein starkes Team haben, aber ich hätte trotzdem nicht gedacht, dass wir so weit kommen«, freute sich Jauch. Für ihn war es »das tollste Erlebnis als Sportlehrer«.
Nach der knappen Niederlage im Finale flossen bei den Walddorfhäslacher Grundschülern erst einmal die Tränen. Aber bei der Siegerehrung auf der großen Bühne auf dem Stuttgarter Schlossplatz hatten sie sich wieder gefangen und konnten freudestrahlend ihre verdiente Medaille in Empfang nehmen.
»Wir wollen Kinder dazu bewegen, sich zu bewegen«, nennt Sonja Haas, Marketingleiterin der baden-württembergischen Nahverkehrsgesellschaft Drei-Löwen-Takt, den Ausgangspunkt für das Mammutturnier. Im vierten Jahr organisiert sie nun schon den Drei-Löwen-Cup, mit dem laut Haas auf spielerische Art und Weise auch das Bewusstsein der Schüler für den öffentlichen Nahverkehr gefördert werden soll.
Für das Turnier hat sie »wunderbare und sympathische Paten« gefunden, wie beispielweise die ehemaligen Stars Maurizio Gaudino, die Förster-Brüder und vor allem den Walddorfhäslacher Weltmeister Guido Buchwald. Er hat den Jungs von Grischa Jauch im Landesfinale natürlich die Daumen gedrückt.
Das Turnier hat für Buchwald einen hohen Stellenwert. Es bringe den Kindern den Teamgedanken bei. Zusätzlich werde das Verhältnis in der Klasse und zum Lehrer gestärkt. Buchwald: »Die Kinder sehen ihren Lehrer anders, er gehört mit zum Team. Zusammen entwickeln sie einen Ehrgeiz, den es ohne gemeinsames Ziel so nicht geben würde.«
Auch die Mädchen aus der Grundschule in Walddorfhäslach zogen ins Landesfinale in Stuttgart ein. Sie überstanden recht souverän die Vorrunde, scheiterten im Viertelfinale aber am späteren Turniersieger Deizisau mit 0:2.
Für die Mädchen hatte Buchwald tröstende Worte. Es sei ein großer Sieg gewesen, allein schon ins Viertelfinale gekommen zu sein. Er gab ihnen auch Tipps, wie sie mit der Niederlage umgehen sollten: Auf keinen Fall die Schuld beim einzelnen suchen. »Ihr habt sehr, sehr viel erreicht und könnt stolz auf sich sein«, munterte Buchwald die Fußballerinnen auf. Noch erfolgreicher als die Walddorfhäslacher Mädchen waren ihre kickenden Kolleginnen aus der Waldschule Ohmenhausen. Sie kamen bis ins Finale, unterlagen dort aber der Grundschule Deizisau mit 1:3.
Buchwalds eigene fußballerische Zukunft steht nach seinen Angaben noch in den Sternen. »Was mich interessieren würde, hat nicht geklappt, und was klappen würde, interessiert mich zur Zeit nicht«, tat er vielsagend kund. Buchwald war in Japan als Trainer sehr erfolgreich. Würde er wieder ins Ausland gehen? »Nein, nicht zur Zeit, aber vielleicht in vier, fünf Jahren.« (GEA)