Gemeinderat kritisiert RP

“Wir werden wieder einen Antrag stellen”

Die Entscheidung des Regierungspräsidiums, in Walddorfhäslach keine Werkrealschule zuzulassen, stößt in der Gemeinde auf viel Unverständnis, die Enttäuschung sitzt tief. “Wir bedauern das sehr”, sagt Bürgermeisterin Silke Höflinger. Auch Gemeinderat Werner Böttler (FWV) kann nicht verstehen, dass nur Quantität und nicht die Qualität zählen soll.

“Mir fällt es äußerst schwer, die Entscheidung des Regierungspräsidiums zu akzeptieren, da sie nach meiner Meinung und der meines Kollegiums falsch ist und die aktuelle Situation nicht richtig widerspiegelt”, nahm auch SPD-Gemeinderat und Schulrektor Ralf-Michael Röckel kein Blatt vor den Mund. Er betonte aber, dass es nicht um ihn und seine Lehrer, sondern nur “um die Schülerinnen und Schüler der Gustav-Werner-Schule” gehe.
Die Maxime heiße, “wir wollen die bestmögliche Bildung am Ort und eine Weiterentwicklung der Hauptschule”. Er plädierte deshalb am Donnerstag auch für “eine Chancengleichheit und eine Zukunftsperspektive” für die Schule. Es könne doch nicht sein, dass die Zweizügigkeit über alles gehe und die Qualität außen vor bleibe. Mit Blick auf die Ausnahmegenehmigungen im Land dürfte es nicht sein, dass am Ende “die Schulen bestraft werden, die vorher noch kein 10. Schuljahr gehabt haben”.
Auch Böttler war über das “K.o.-Kriterium Zweizügigkeit” verärgert. Dass ein solches Qualitätsprojekt wie die Gustav-Werner-Schule einfach übergangen werde, sei nicht hinzunehmen. Er verstehe nicht, dass “die Politik auf die Bevölkerung, auf die Eltern und Schüler, nicht hört”. In die Schulpolitik müsse dringend ein Wechsel kommen. Böttler richtete den Blick auch schon nach vorn. Die Schulpolitik sei sicherlich ein großes Wahlkampfthema bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr.
Darauf setzt auch Röckel. Vielleicht gebe es ja im Wahljahr 2011 eine Veränderung, denn “Qualität wird sich durchsetzen und Menschen sind lernfähig”, meinte er mit einem Augenzwinkern Richtung Politiker.
Weil sie auch große Fürsprecher wie Ex-Ministerpräsident Lothar Späth und die Reutlinger Industrie- und Handelskammer haben, wollen die Walddorfhäslacher jedenfalls weiter am Thema Werkrealschule dran bleiben. In der Gustav-Werner-Schule werde der Lehrplan weiter außerhalb des 10. Schuljahres gleich wie in einer Werkrealschule sein, verspricht Röckel. Und “wir werden den Antrag auf Einrichtung einer Werkrealschule wieder stellen”, gibt sich auch Bürgermeisterin Silke Höflinger noch lange nicht geschlagen. (vit)