Wichtige Zukunftsperspektive

Bildungspolitik – Schulgesetz-Änderung bringt in Walddorfhäslach erneut Gemeinschaftsschule auf die Tagesordnung

Weil das Schulgesetz noch nicht so weit war, muss die Gustav-Werner-Schule erneut einen Antrag beim Kultusministerium auf die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule stellen. Eine Formalität, die allerdings recht aufwendig ist. Klar, dass Rektor Ralf-Michael Röckel von der Mehrarbeit nicht gerade begeistert ist. Man hätte die ersten Gemeinschaftsschulen doch mit einer Ausnahmegenehmigung auf den Weg schicken können, meinte er am Montag in der Sondersitzung des Walddorfhäslacher Gemeinderats.
Diese Sondersitzung war notwendig geworden, weil auf Antrag des Kommunalen Landesverbandes (KLV) der Zusatz im Gesetzesentwurf aufgenommen wurde, dass auch die Nachbargemeinden angehört werden müssen. Dies ist inzwischen in Walddorfhäslach geschehen. Wie Bürgermeisterin Silke Höflinger am Montag erklärte, hat sich der Nachbar Pliezhausen positiv zur Gemeinschaftsschule geäußert, es gab »keine Einwendungen«. Nun muss die Gustav-Werner-Schule also noch einmal alle Unterlagen ans Kultusministerium schicken, damit die Gemeinschaftsschule endgültig rechtskräftig wird. Dazu brauchte es aber wieder einen Gemeinderatsbeschluss.
»Die Schule ist unglaublich gut mit Betrieben im Ort vernetzt« Und die Bürgervertreter bewiesen damit auch noch einmal, dass sie voll und ganz hinter der Gustav-Werner-Schule stehen. Durch die Gemeinschaftsschule sei der Schulstandort Walddorfhäslach gesichert, »eine wichtige Zukunftsperspektive für die Gemeinde«, betonte Werner Böttler (FWV).
Es sei wirklich ein sehr großer Erfolg für die Gustav-Werner-Schule, dass sie ab Herbst zur Gemeinschaftsschule werde, fügte Bürgermeisterin Höflinger hinzu. Für die Gemeinde sei dies ein »ganz wichtiger Standortfaktor«. Die Schule sei »unglaublich gut mit Betrieben im Ort vernetzt«.
Für Röckel stellt die Gemeinschaftsschule »eine kleine Sensation« dar. Zum ersten Mal könne jetzt in Walddorfhäslach der Realschulabschluss angeboten werden. Wie sehr die neue Schulart angenommen werde, zeigten die hohen Anmeldezahlen, die dafür gesorgt hätten, dass die Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach auf Anhieb zweizügig werde, also mit je zwei Klassen pro Klassenstufe starten kann. Dieser Erfolg sorgte aber auch für nachdenkliche Gesichter im Gremium. Sollte das Interesse an der Gemeinschaftsschule weiterhin so groß bleiben und auch in den kommenden Jahren zur Zweizügigkeit führen, dann stößt die Gustav-Werner-Schule bald an ihre Kapazitätsgrenzen. Dann könnte ein Erweiterungsbau anstehen. Die Kostenfragen bei den Gemeinschaftsschulen seien weiterhin ungeklärt, gibt Silke Höflinger zu bedenken. Rektor Röckel hofft auf neue Schulbau-Förderrichtlinien.
Vorerst habe man alles fest im Griff, versicherte Röckel. Mit dem vorhandenen Kollegium und dem Raumangebot könne man die Aufgabe sehr gut bewältigen. Das Gremium war auch am Montag von dem Konzept der Schule überzeugt und sprach sich wieder einstimmig für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach aus. (vit)