Gemeinschaftsschulen in Bad Urach und Walddorfhäslach vor dem Start

Thomas Poreski MdL Bündnis 90/Die Grünen

Der Startschuss für die neue Schulart Gemeinschaftsschule fällt im nächsten Schuljahr, und die GWRS Bad Urach sowie die Gustav-Werner-Schule in Walddorfhäslach werden voraussichtlich als Starterschulen dabei sein. Das ist ein großer Erfolg. Wir lösen hier ein zentrales Versprechen unserer Bildungspolitik ein, für das sich die Grünen seit vielen Jahren stark gemacht haben. Davon profitieren die Kinder in unserem Land. Ziel des grün-roten Bildungsaufbruchs ist es, individuelle Förderung in den Mittelpunkt zu stellen. Das Schulsystem in Baden-Württemberg ist bislang durch soziale Ungerechtigkeit und Sortierwahn geprägt. Die Gemeinschaftsschule ermöglicht dagegen offene Bildungswege ohne Barrieren. Gemeinschaftsschulen sind integrative und inklusive Schulen, die Kinder statt sie zu sortieren, in einer gemeinsamen Schule jeweils zu ihrem individuellen Bildungsziel führt.

Gemeinsames Lernen und positiver Umgang mit Heterogenität sind hier Bestandteil eines Bildungskonzepts, in dem die Schule sich am Kind orientieren muss, statt umgekehrt. Da die SchülerInnen der Gemeinschaftsschule je nach persönlichem Leistungsvermögen nach den Bildungsstandards der Hauptschule, Realschule und des Gymnasiums unterrichtet werden, werden auch alle Abschlüsse der angebotenen Bildungsstandards ermöglicht. In der Gemeinschaftsschule ist es Ziel, Herkunft und Bildungserfolg voneinander zu entkoppeln, damit jedes Kind in Baden-Württemberg gemäß seinen Talenten und Begabungen Bildungschancen wahrnehmen kann. Jedes Kind ist an dieser Schule willkommen und wird als Teil der Gemeinschaft individuell gefördert. Das ist ein Paradigmenwechsel. Grundsätzlich können sich alle allgemeinbildenden Schulen zu Gemeinschaftsschulen entwickeln. Nach Beschluss der Schulkonferenz kann der Schulträger beim Kultusministerium die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule beantragen. Zur Entwicklung zur Gemeinschaftsschule muss ein überzeugendes pädagogisches Konzept ausgearbeitet werden, die baulichen Voraussetzungen müssen gegeben sein und die notwendige Anzahl von Schülerinnen und Schülern muss nachgewiesen werden. Die Schulen, die zum kommenden Schuljahr starten, haben sich schon seit längerem auf dem Weg gemacht und mit individuellen Lernmethoden erfolgreich gearbeitet. Für diese Schulen ist es ein Befreiungsschlag, endlich die Akzeptanz von Seiten der Politik zu bekommen, die sie verdienen. Damit beginne nun auch in Baden-Württemberg die Überwindung eines überkommenen Bildungssystems aus dem vorigen Jahrhundert. Ich freue mich sehr, dass die GWRS Bad Urach und die Gustav-Werner-Schule in Walddorfhäslach jetzt den Weg als Gemeinschaftsschule gehen können. Das ermöglicht eine Vielzahl an Bildungschancen.