Stabil zweizügig am Start

Die Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule geht am Dienstag mit 45 Schülern an den Start

»Wir fiebern alle dem Start entgegen«, sagt Rektor Ralf-Michael Röckel. Nur noch drei Tage, dann wird aus der Gustav-Werner-Schule endgültig eine Gemeinschaftsschule. 45 Schüler haben sich angemeldet, was bedeutet, es gibt zwei fünfte Klassen. Einzügig war die Gemeinschaftsschule beim Kultusministerium angemeldet, jetzt ist sie »stabil zweizügig«. »Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen«, freut sich Röckel.
Etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler kommt aus Walddorfhäslach. Die anderen sind in Pliezhausen mit seinen Teilorten Dörnach, Gniebel und Rübgarten, in Reutlingen, in Altenriet und Schlaitdorf zu Hause. Zwei neu eingerichtete Buslinien sammeln die Schüler morgens ein und bringen sie nach Walddorfhäslach.

Das pädagogische Konzept steht. »Wir haben in den Ferien viel Vorarbeit geleistet«, bestätigt Röckel. Lerninhalte und Lernziele wurden ausgearbeitet, die Lernstandards aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium zusammengeführt. Fünf neue Lehrkräfte sind an der Schule, zwei davon speziell für die Gemeinschaftsschule. Röckel: »Zum ersten Mal haben wir an unserer Schule in Walddorfhäslach auch eine gymnasiale Lehrkraft. Sie wird die Fächer Deutsch und Englisch unterrichten.«
Die Gemeinschaftsschule stützt sich, wie Röckel betont, neben der umfassenden und breiten Allgemeinbildung auf drei Säulen. Weiterhin ein Schwerpunkt in der Gustav-Werner-Schule ist die Zirkuspädagogik, die Gemeinschaftsgefühl und Selbstbewusstsein der Schüler stärken soll. Auch die bisher so erfolgreich praktizierte Berufsorientierung spielt wieder eine vorrangige Rolle. Dritte Säule ist das naturwissenschaftliche Profil.
Dafür ist die Gustav-Werner-Schule eine Kooperation mit dem Seminar in Nürtingen eingegangen. Und diese Kooperation bescherte ihr auf Leihbasis sechs Laptops, die in zwei Lerninseln im Klassenzimmer aufgestellt werde. Außerdem erhielt die Schule noch einen gut ausgestatteten Experimentierschrank. Die Schüler können nun ihre Versuche aufbauen, sie anschließend mit einer Digitalkamera fotografieren, die Fotos am Farbdrucker ausdrucken und sie in ihre Hefte einkleben. »Wir sind sehr stolz darauf, dass wir diese Ausstattung vom Seminar bekommen haben«, sagt Röckel.
Am Donnerstag und Freitag reisen die 45 Gemeinschaftsschüler mit fünf Lehrerinnen bereits nach Sigmaringen. Erlebnispädagogische Tage stehen an. Die Schüler sollen sich beim gemeinsamen Wandern und Klettern besser kennenlernen und zum Team zusammenfinden.
Dass die Gustav-Werner-Schule als eine der ersten im Land zur Gemeinschaftsschule wurde, findet Röckel immer noch sensationell. Dies sei »eine große Wertschätzung für unsere pädagogische Arbeit«. Röckel ist »felsenfest davon überzeugt«, dass die Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach auch in den kommenden Jahren zweizügig bleiben wird. Dies bedeute auch, dass das Schulgebäude bald erweitert werden muss, »denn sonst geht uns der Platz aus«. (GEA)