Werden locker wieder zweizügig

Die Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach stößt bei Eltern weiter auf großes Interesse.

Auch im zweiten Jahr wird es in der Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach wieder zwei fünfte Klassen geben. Zwar ist die offizielle Anmeldung erst am 20. und 21. März, aber wie Ralf-Michael Röckel jetzt gegenüber dem GEA erklärte, gab es seit Januar schon eine Vielzahl von Informationsgesprächen mit Eltern. Der Rektor der Gemeinschaftsschule ist sich deshalb sicher, dass »wir locker wieder zweizügig werden«.
In diesem Schuljahr haben die beiden fünften Klassen insgesamt 45 Schüler. Mit mindestens ebenso vielen Anmeldungen rechnet Röckel auch jetzt wieder.
Die Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach stößt bei Eltern weiter auf großes Interesse.

Die Erfolgsgeschichte der Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach bringt aber auch eine Reihe von Problemen mit sich. Wenn der Andrang weiter so groß ist, stößt die Gustav-Werner-Schule bald an ihre Kapazitätsgrenzen.
»Die Rundumversorgung der Kinder ist sinnvoll« Da die Gemeinschaftsschule eine Ganztagsschule ist, braucht sie eine Mensa. Bisher essen die Schüler mittags im Foyer der Ballspielhalle. Dort gibt es eine Küche zum Aufbereiten der gelieferten Speisen. Das Essen kommt von einem Caterer aus Tübingen und einer Gaststätte aus Walddorfhäslach. »Wir sind froh, dass wir jemanden gefunden haben, der eine so niedrige Anzahl von Essen zu einem vernünftigen Preis liefert«, berichtet Röckel.

Bisher essen 40 bis 50 Schüler an drei Tagen im Foyer der Ballspielhalle zu Mittag. Nun will die Gemeinde auf dem Schulgelände eine Mensa für 80 bis 100 Schüler bauen. Das neue Gebäude kommt zwischen den Alt- und Neubau der Gustav-Werner-Schule. Der Gang, der bisher beide Gebäudeteile miteinander verbindet, wird dafür abgerissen.
Bürgermeisterin Silke Höflinger rechnet mit Baukosten in Höhe von rund 800 000 Euro. Die bisherige Schulküche im Altbau wird unter die Mensa verlagert. Damit gewinnt die Schule einen weiteren Raum, der in Zukunft für die naturwissenschaftlichen Fächer genutzt werden soll.

Im Juli sollen die Bauarbeiten vergeben werden. Nach Aussage Höflingers wird mit dem Bau der Mensa in den Sommerferien begonnen. Die Bürgermeisterin hofft, dass der neue Gebäudetrakt bereits im Frühjahr 2014 übergeben werden kann.
Dann wird der Essensbetrieb in der Gemeinschaftsschule auf vier Tage umgestellt. »Und wenn’s gewünscht wird, kommt auch der fünfte Tag«, sagt Höflinger. Wichtig sei, dass in der Gemeinde die Ganztagesbetreuung vom Kleinkind bis zum jugendlichen Schüler gewährleistet sei. Auch Rektor Röckel hält es »für sehr sinnvoll, die Rundumversorgung der Kinder sicherzustellen«.

Mit dem Mensaneubau ist der Raumengpass aber noch nicht gelöst. Zwar soll ein großes Klassenzimmer im Altbau in zwei Räume umgewandelt werden, aber auch das reicht noch nicht, wenn es mit den hohen Anmeldezahlen so weiter geht. Deshalb muss in den kommenden Jahren eine neue Schulkonzeption entwickelt werden, in deren Fokus sicher auch die kleine Dorfgrundschule in Häslach gerät. »Wir arbeiten dabei zusammen mit dem staatlichen Schulamt«, erklärt Bürgermeisterin Höflinger.

Ein weiteres zentrales Thema ist das Lehrpersonal. Wenn die Schülerzahlen in der Gustav-Werner-Schule weiter steigen, braucht sie auch mehr Lehrer. Eine Gymnasiallehrerin wurde in diesem Jahr bereits eingestellt. Eine weitere für die Sprache Französisch soll im Schuljahr 2014/15 folgen. Dabei muss aber auch das Schulamt mitziehen. Auch dort muss klar sein, dass das Konzept der Gemeinschaftsschule, wenn es denn erfolgreich sein soll, einen gesteigerten Bedarf an Lehrpersonal mit sich bringt.

Dass die Gemeinde voll und ganz hinter der Gemeinschaftsschule steht, daran lässt die Bürgermeisterin keinen Zweifel: »Die Gemeinschaftsschule ist eine große Chance für Walddorfhäslach. Und die müssen wir nutzen.«

Bald wird es auch im Nachbarort Pliezhausen eine Gemeinschaftsschule geben. Das sieht Röckel nicht als Problem an. Er glaubt, dass im Nordraum von Reutlingen für »beide Gemeinschaftsschulen Platz ist«. Dies habe auch ein Gutachten gezeigt. Und der Rektor der Gemeinschaftsschule fügt ganz selbstbewusst hinzu: »Wir haben einen guten Start hingelegt, wir sind gut nachgefragt. Wir schielen nicht nach Pliezhausen.« (GEA)