Unterwegs zum nächsten Gipfel

Walddorfhäslacher Gemeinschaftsschüler zeigen bunte »Konferenz der Tiere«-Show

»Wir haben keine Zeit. Wie steht der Kurs?« Hektisch rennen die Menschen durch die Gegend – Anzug, Aktenordner, die nächste Konferenz warten. Umweltgipfel, Wirtschaftsgipfel, Gipfelgipfel. Es wird gelabert und gelabert, aber heraus kommt nichts. Und weil am Ende nichts vorwärtsgeht, nehmen die Tiere das Geschehen in die Hand. Sie veranstalten eine Konferenz. Sie zwingen schließlich die Menschen dazu, endlich das Beste für ihre Kinder zu tun: mehr Frieden, mehr Bildung, weniger Bürokratie.

Die »Konferenz der Tiere« ist ein Kinderbuch von Erich Kästner. Erschienen ist es 1949, noch im Eindruck des Zweiten Weltkriegs. Es ist mit Blick auf Weltwirtschaftskrise oder Ukraine und Syrien immer noch aktuell.

Die Schüler der Gustav-Werner-Schule haben das anspruchsvolle Thema nun in einer großartigen Show umgesetzt, angeleitet von Klassenlehrer Grischa Jauch und dem Schultheaterreferent Werner Jauch. Es beginnt mit viel Affengeschrei. Wir sind in Afrika. Und dann kommen die ersten Zirkuselemente ins Spiel, denn »Zirkus« ist ein Schulfach in der Walddorfhäslacher Gemeinschaftsschule. Es soll die Kreativität, die Gemeinschaft in der Klasse fördern und das Selbstbewusstsein der Schüler stärken.

Es wird gleich kräftig jongliert, und dabei schwingt der Kleinste die Keulen. Das Zirkuselement taucht in dieser sehr bunten und unterhaltsamen wie auch satirischen Inszenierung immer wieder auf. Bälle fliegen, Diabolo kreisen, es wird auf Röhren balanciert und akrobatisch geturnt. Man sieht es den Schülern an: Sie sind mit Begeisterung dabei.
So viele Schüler wie bei diesem Projekt haben noch nie mitgemacht. Über 40 Mädchen und Jungs mussten die beiden Jauchs in diese Produktion integrieren. Kein leichtes Unterfangen. Aber es ist gelungen. Es herrscht nie Chaos auf der Bühne, alles ist klar choreografiert. Der Grund für die hohe Zahl der kleinen Artisten und Schauspieler: Die Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach wächst stetig, die Anmeldezahlen steigen, im kommenden Schuljahr ist sie zum ersten Mal dreizügig.

Und weil es so viele Schüler gibt, reichte diesmal die Aula der Gustav-Werner-Schule nicht mehr aus. Der »Zirkus Schulini« musste für die Premiere von »Konferenz der Tiere« in die Gemeindehalle umziehen. Es wurden Matten ausgelegt, Kulissen installiert und das Publikum auf eine Tribüne gesetzt. Ein riesiger Aufwand, der sich aber gelohnt hat. Die drei Aufführungen waren komplett ausverkauft.

Im Publikum saßen auch einige leibhaftige Politiker. Sie durften am Schluss die Botschaften der Kinder mit nach Hause nehmen: Nicht so viel labern, lieber handeln und dabei endlich mal »das Beste für die Kinder« tun. (GEA)