Cremig und nicht zu hart

Mensa in der Gustav-Werner-Schule in Walddorfhäslach offiziell eröffnet

Das Kartoffelgratin cremig, die Spätzle nicht so hart, wie es sonst oft bei Kantinen-Essen üblich ist. Bei der Einweihungsfeier am Samstag konnten die Gäste das Mensa-Essen probieren – zum Schülerpreis von 3,50 Euro.
„Obwohl ich in Walddorf wohne, esse ich regelmäßig einmal in der Woche in der Schulmensa“, sagt Ralf Röckel, Rektor der Gemeinschaftsschule. Seit den Herbstferien ist die Mensa offen für die Schüler. Zwischen 80 und 100 Mahlzeiten gehen an jedem der vier Betriebstage über den Tisch.
Flach und neu schiebt sich das Gebäude mit der Mensa in die Gemeinschaftsschule Walddorfhäslach.

Donnerstags sind es sogar bis zu 120 Schüler, die das Angebot nutzen. „Donnerstag ist Schnitzel-Tag“, sagt Claudia Hauser aus dem Mensa-Team. Neben den Schnitzeln seien vor allem Spaghetti in allen Variationen ein Lieblingsgericht der Gemeinschaftsschüler. Der Schulchor, der die Einweihungsfeier musikalisch begleitete, forderte deswegen in einem Lied: „Heute Spaghetti, morgen Spaghetti, Spaghetti jeden Tag.“
In der Realität sieht der Speiseplan dann doch etwas abwechslungsreicher aus. Während es bei der Feier am Samstag nur die Wahl zwischen Schweinegeschnetzeltem mit Kartoffelgratin und einer Nudelpfanne gab, können die Schüler normalerweise täglich aus vier verschiedenen Essen wählen: ein Fleischgericht, ein glutenfreies und ein vegetarisches Gericht und zusätzlich entweder eine Pizzaschnitte oder ein halbes Hähnchen. Das alles steht auf einem Speiseplan, aus dem die Kinder schon eine Woche zuvor bestellen. Dazu gibt es unterschiedliche Salate.
Die zehnjährige Luisa isst normalerweise trotzdem zuhause, weil sie ganz in der Nähe wohnt. Bei der Einweihungsfeier hat sie das Essen aber probiert und befand: „Lecker.“ Auch ihr Papa Roland sagt: „Es hat sehr gut geschmeckt, da hat man keine Bedenken, seine Kinder hier essen zu lassen“.
Nicht nur der Neubau der Mensa, auch der Umzug der Schulküche und der Umbau zweier Naturwissenschafts-Räume feierten die Gäste am Samstag. Vor 16 Monaten wurde das alte Verbindungshaus zwischen dem alten und dem neuen Schulgebäude abgerissen und der Neubau der Mensa an dieser Stelle begonnen. Das Projekt kostet 1,25 Millionen Euro. Die aber waren gut investiert. Schon seit Beginn des Schuljahres kann in der Schulküche gekocht werden.
Stolz präsentierten die Schüler am Samstag den Besuchern, was sie gelernt hatten. Die Schulküche wurde zur Showküche und süße und salzige Ausstecherle, Muffins und Pizzaschnitten buken die Kinder live und teilten sie dann aus. „Es macht Spaß, mit Freunden zu kochen“, sagt der elfjährige Max.
Ebenfalls seit Beginn des Schuljahres können die Schüler in den neuen Naturwissenschafts-Räumen experimentieren – und zwar eigenhändig. „In den alten Räumen gab es nicht genug Platz für die Schüler, um selbst Experimente durchzuführen“, erklärt Inken Zyschka, die Musik und Naturwissenschaftliches Arbeiten unterrichtet. „In den neuen Räumen ist das zum Glück anders.“ Acht Arbeitsgruppen können pro Raum selbstständig arbeiten und beispielsweise erforschen, wie sie Brände löschen können oder wie viel Sauerstoff in der Luft enthalten ist.
Dabei werden den Schülern je nach Lernfortschritt einfachere oder schwierigere Herangehensweisen angeboten. Zyschka betonte, dass auch die unterschiedlichen Lernmethoden der Schüler beim Naturwissenschafts-Unterricht beachtet und gefördert würden. „Manche verstehen einen Sachverhalt beim Experimentieren am Besten, andere müssen die Erklärung in einem Buch nachlesen.“
Reutlingens grüner Landtagsabgeordneter Thomas Poreski lobte in seiner Rede diese Einstellung des Lehrerkollegiums. „Sowohl Käpsele, als auch Träumerle werden hier unterstützt“, so Poreski. Deswegen sei die Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule „ein Zipfel von einer besseren Welt“ und „genau das, wofür Politik sich lohnt“. Sein sozialdemokratischer Landtags-Kollege Klaus Käppeler war da ganz seiner Meinung und bat: „Bitte machen Sie weiter so, damit Walddorfhäslach weiterhin ein Leuchtturm in unserer Bildungslandschaft sein kann.“