Zum Tag der Menschenrechte

Asyl – Schüler der Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule organisierten einen »Abend der Begegnung« mit Flüchtlingen

Zum Tag der Menschenrechte organisierten Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c der Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule zusammen mit dem örtlichen Arbeitskreis Flüchtlingshilfe einen »Abend der Begegnung«. Neben Gesprächen und gemeinsamen Spielen kam auch das Kulinarische nicht zu kurz, hält es doch Leib und Seele zusammen. FOTO: MÜLLER

WALDDORFHÄSLACH. »Das Zusammenleben verschiedener Kulturen« – so hieß das Leitthema in den vergangenen Wochen in den Fächern Erdkunde, Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde (EWG) in der Klasse 6c der Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule in Walddorf. Doch die Mädchen und Jungen wollten nicht nur Informationen sammeln, sie suchten auch die direkte Begegnung.

Und so veranstalteten sie zusammen mit ihrem Lehrer Tim Koglin und dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe »einen bunten Abend für Einheimische und Flüchtlinge« im örtlichen katholischen Gemeindezentrum.

Der Tag hätte nicht besser gewählt sein können. Es war der internationale Tag der Menschenrechte, »und das passt doch ganz gut für diesen Abend der Begegnung«, meinte Koglin, der immer versucht, für seinen EWG-Unterricht »lebensnahe Themen zu finden«.

Die 22 Sechstklässler hatten bei dem sehr aktuellen Thema viel Gestaltungsfreiheit. »Sie haben viele eigene Ideen eingebracht«, berichtete Koglin. Die Kinder seien sehr motiviert und interessiert gewesen. Und sie hätten »auch etwas bewegen wollen in der Gemeinde«.


»Es ist für die Lehrer eine gewaltige Aufgabe, die Flüchtlingskinder in den Unterricht zu integrieren« §§ Die Schülerinnen und Schüler erleben das Thema derzeit auch hautnah mit. In der Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach besuchen zehn Flüchtlingskinder den Regelunterricht. »Im Großen und Ganzen läuft es den Umständen entsprechend gut«, berichtet Rektor Ralf-Michael Röckel. Manche Kinder könnten schon etwas Deutsch, was sie wohl in der Erstaufnahmeeinrichtung gelernt hätten. »Doch es ist trotzdem für die Lehrer eine gewaltige Aufgabe, die Flüchtlingskinder in den Regelunterricht zu integrieren.«

Beim »Abend der Begegnung« war alles einfacher. Die Flüchtlingsfamilien, die derzeit in Walddorfhäslach untergebracht sind, nahmen die Gelegenheit wahr und kamen ins katholische Gemeindezentrum. Den Ort kannten sie schon, weil es dort regelmäßig das Asylcafé Mosaik des »AK Flüchtlingshilfe« gibt. Auf dem Programm standen einige Spiele, etwas Musik und ein internationales Büfett mit Speisen aus verschiedenen Ländern.

Bei den Spielen ging es vor allem auch darum, Vorurteile abzubauen und zu zeigen, dass die Unterschiede zwischen den Kulturen oft gar nicht so groß sind.

Derzeit leben mehrere Flüchtlingsfamilien aus Syrien und den Balkanstaaten in Walddorfhäslach. Insgesamt sind es knapp 50 Menschen. Im kommenden Jahr werden wahrscheinlich noch einmal so viele Asylsuchende kommen. »Wir sind gerüstet. Wir haben noch Platz für mehr Leute«, sagt Gesine Gruhler vom »AK Flüchtlingshilfe«.

Und sie freut sich darüber, dass dafür auch das katholische Gemeindezentrum zur Verfügung steht: »Wir sind froh, dass wir diese Begegnungsmöglichkeit haben«. Hier gibt es alle 14 Tage das Café Mosaik, um sich mit den Flüchtlingsfamilien auszutauschen oder um einfach nur Spiele zu spielen.

§§ »Jede Familie hat einen Ansprechpartner. So können wir regelmäßigen Kontakt pflegen«
Zum engeren Kreis des »AK Flüchtlingshilfe« in Walddorfhäslach zählen neben Gesine Gruhler auch noch Gerd Bewernik, Werner Bitzer, Beate Gaiser, Bernd Lämmle, Wolfgang Prause, Karl-Heinrich Schaal sowie Reiner Schenk. Darüber hinaus gibt es mehr als 80 Personen, die sich auf unterschiedliche Art und Weise in den Arbeitskreis einbringen. Zum Beispiel als Paten, die sich um viele Alltagsdinge der Flüchtlingsfamilien kümmern, ihnen bei Arztbesuchen oder Behördengängen zur Seite stehen.

»Jede Familie hat einen Ansprechpartner. So können wir regelmäßigen Kontakt pflegen und kennen alle Flüchtlingsfamilien in Walddorfhäslach ganz gut«, berichtete Gesine Gruhler. (GEA)