Zusammenleben verschiedener Kulturen

– eine Unterrichtseinheit der Lerngruppe 6c

Illustre Runde in der Aula der Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule:
Am 17. Dezember diskutierten die Schülerinnen und Schüler der sechsten und achten Jahrgangsstufe mit Bürgermeisterin Silke Höflinger, Gesine Gruhler und Bernd Lämmle als Vertreter vom Arbeitskreises Flüchtlingshilfe sowie Bahadir Mustafovski, einem vor wenigen Jahren mit seiner Familie aus Mazedonien geflohenen Jungen, über die Situation der mittlerweile über 30 Asylsuchenden, die in Walddorfhäslach ein neues Zuhause gefunden haben.

Besonders die vielfältigen Integrationsmaßnahmen des Arbeitskreises beeindruckten die rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer.
Ziel sei es, so Gesine Gruhler, die angebahnte Willkommenskultur auch im neuen Jahr fortzuführen und immer wieder Begegnungen zwischen alteingesessenen und unlängst zugewanderten Bürgerinnen und Bürgern im zweiwöchentlich stattfindenden Treffpunkt Mosaik im Katholischen Gemeindehaus zu schaffen.Diese benötige es, um gegenseitiges Verstehen zu fördern und Fremdheit zu überwinden.

Doch die Integration der 30 Neubürgerinnen und Neubürger ist vermutlich „erst der Anfang“, wie Anja Reschke, Moderatorin des Fernsehmagazins Panorama, in ihrem aktuellen Buch schreibt – zurecht angesichts der Tatsache, dass sich momentan 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht befinden. Auch in Walddorfhäslach werde sich die Anzahl der aufzunehmenden

Flüchtlinge im Jahr 2016 wohl mindestens verdreifachen, prognostizierte Bürgermeisterin Höflinger. Damit tatsächlich zusammenwachsen könne, „was bisher nicht zusammengehörte“, wie es sich Bundespräsident Gauck im Rahmen seiner Ansprache zum Tag der Deutschen Einheit erhoffte, müsse der Gemeinde entsprechender Wohnraum zur Verfügung gestellt oder in Form von Containerbauten geschaffen werden. In diesem Zusammenhang gelte es, eine „Ghettoisierung“ in Form einer räumlichen Separierung von Deutschen und Flüchtlingen zu vermeiden. In der abschließenden Reflexionsrunde äußerten zahlreiche Schülerinnen und Schüler das Bedürfnis, den Integrationsprozess der Flüchtlinge auch in Zukunft unterstützen und begleiten zu wollen, weshalb auch die Mitorganisation einer Veranstaltung des angesprochenen „Treffpunkt Mosaik“ sowie der Austausch im Rahmen der Informationsveranstaltung nur ein Anfang sein kann, dessen Synergie- und Lerneffekte es zukünftig zu nutzen und auszuweiten gilt.