“Sind schon voll in der Planung”

Mobilität – Walddorfhäslacher Schul-Team baut eine Rennkiste mit Elektromotor und will damit den E-Cup in Nürtingen gewinnen

 

WALDDORFHÄSLACH. Im Juli steigt in Nürtingen der E-Rennkisten-Cup und ein Team der Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule ist mit dabei. Am Freitag überbrachte Hansjörg Russ vom Veranstalter, der Kraftfahrzeug-Innung Nürtingen und Kirchheim/Teck, den Radnabenmotor, das Antriebsmodul für die Rennkisten. Jetzt können die vier Schüler und drei Schülerinnen um den Naturwissenschaft-und-Technik-Lehrer Andi Zimmermann loslegen und ihre Rennkiste mit E-Motor konstruieren und bauen. “Sie sind alle vollauf begeistert”, erzählt Zimmermann.
Im vergangenen Jahr veranstaltete die Innung zum ersten Mal den E-Rennkisten-Cup. “Wir wollen damit auf das Thema E-Mobilität aufmerksam machen und gleichzeitig auch für die Autoberufe werben”, erklärt Russ, stellvertretender Obermeister der Innung. Die gute, alte Seifenkiste sei inzwischen doch schon “Old School”. “Wir wollten ein modernes Thema”, meinte Russ gestern in Walddorfhäslach. Praktisch eine “Seifenkiste 2.0″. Und so entstand der E-Rennkisten-Cup.
Und wie gelangte die Nachricht vom Cup nach Walddorfhäslach? Die Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule ist sehr berufsorientiert. Schülerinnen und Schüler können bei einer Vielzahl von Betrieben in der Umgebung Praktika absolvieren. Zu diesen Betrieben gehört auch das Autohaus Kuhn in Neckartailfingen. Als Lehrer Björn Schädel wieder einmal wegen einer Berufsorientierung mit seinen Schülern dort war, machte ihn Autohaus-Chef Nicolas Kuhn auf den E-Rennkisten-Cup aufmerksam.
Schädel nahm die Idee mit nach Walddorfhäslach und sprach seinen Kollegen Zimmermann an. Der wandte sich an die Schulleitung und rannte dort offene Türen ein. Jetzt ist das Team der Walddorfhäslacher Schule also beim E-Rennkisten-Cup dabei, im Wettstreit mit anderen Realschulen, Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen oder auch Jugendtreffs.
Maximal zehn Teams können beim Cup mitmachen. Die Innung verleiht dafür die Radnabenmotoren an die Teams, die drum herum die Rennkisten bauen müssen. Die Vorgaben: Das Gefährt muss zwischen drei und fünf Räder haben und der Fahrer mit den Beinen nach vorne in der Rennkiste sitzen. Außerdem muss es jedes Schul-Team schaffen, dass das Gefährt innerhalb von zehn Metern von Höchstgeschwindigkeit auf Stillstand abbremsen kann. Der Nabenmotor kann bis auf 25 Stundenkilometer beschleunigt werden.
“Die Planung läuft schon voll”, berichtete NWT-Lehrer Zimmermann. Sein Team habe schon im Internet recherchiert und sich You-Tube-Videos angeschaut. Für den Bau der Rennkiste opfern die sieben Schülerinnen und Schüler auch gerne einen Teil ihrer Freizeit, denn die zwei NWT-Schulstunden pro Woche reichen für den Rennkistenbau nicht aus.
Am 8. Juli, dem E-Day der Stadtwerke, steigt dann das große Event beim Freibad in Nürtingen. Die Teams treten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Es gibt einen Slalom, bei dem die Rennkisten auf ihre Wendigkeit hin geprüft werden. Danach geht es über einen Parcours, bei dem für jede Kiste die Zeit gemessen wird, die sie bis ins Ziel braucht. Schließlich folgt ein Zweier-Rennen: jeweils zwei Kisten gegeneinander wie bei den Dragster-Rennen in den USA.
Es zählt aber auch das Design der einzelnen Fahrzeuge und die technische Ausfertigung. Für jede Disziplin erhalten die Teams Punkte. Am Ende siegt der mit den meisten Punkten. Rektor Ralf Röckel von der Gustav-Werner-Schule ist jetzt schon siegessicher: “Wir schaffen das.”
Die Walddorfhäslacher Schule hat bereits Erfahrung mit E-Mobilität. In den Jahren 2008 und 2009 entwickelte Konrektor Norbert Fehrle mit seinen Schülerinnen und Schülern ein Elektrofahrrad und verkaufte davon sogar eine kleine Serie. Und jetzt also die E-Rennkiste, die sie, wenn sich das Walddorfhäslacher Schüler beeilen, schon am 16. Juni beim „Esslinger Klimafest“ bei einem E-Rennen testen können. (GEA)e-Auto GWS3