Ein ernstes Thema spielerisch

Umwelt – Schüler der Walddorfhäslacher Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule in dieser Woche auf Müllsammel-Tour im Ort unterwegs

VON VEIT MÜLLER

WALDDORFHÄSLACH. Blaue Gummi-Handschuhe an, Greifzange und Eimer in die Hand und es kann losgehen. Zum Müllsammeln. Die ganze Woche über waren die Schülerinnen und Schüler der Römerwegschule in Häslach, die Teil der Walddorfhäslacher Gemeinschaftsschule ist, im Ort unterwegs, um Papier und Kunststoff aufzulesen – den Müll, den andere achtlos weggeworfen haben. Und die Kleinen hatten bei ihrer Sammelaktion sogar Spaß. „Wir haben das schon letztes Jahr gemacht. Das war cool“, kommentierte einer der Schüler den Ausflug.

Am Donnerstag gingen die Lehrerinnen Annette Maier und Laura Bauer in zwei Gruppen mit zusammen über 40 Kindern auf Sammel-Tour. Sonst haben wir das immer alle gemeinsam gemacht, aber wegen der Ansteckungsregeln haben wir uns in Gruppen aufgeteilt, die an verschiedenen Tagen in dieser Woche losziehen“, erklärt Maier. „Und wir haben heute das beste Wetter erwischt“, freute sie sich.

Das Müllsammeln ist Teil des Bildungsplanes der Walddorfhäslacher Gemeinschaftsschule. „Wir wollen das Auge schärfen, damit die Kinder zukünftig ihr Bonbonpapierle in die Tasche stecken und nicht einfach wegwerfen“, erzählt Maier. Deshalb wird das Thema „Müll“ auch im Unterricht behandelt. Es geht dabei um Mülltrennung, Müllvermeidung und Recycling.

„Einer unserer Schwerpunkte in der Schule liegt auf der Bildung für nachhaltige Entwicklung“, merkt auch Rektor Ralf-Michael Röckel an. „Das leben auch unsere Kolleginnen in der Häslacher Grundschule. Die Lehrerinnen gingen dem Thema ganz eigenständig nach. „Da ist sehr viel Idealismus und Engagement dabei.“

Ziel für die Schülerinnen und Schüler der ersten beiden Grundschulklassen war am Donnerstag das große Spielplatzgelände in den Weiherwiesen. Die Kleinen waren mit Begeisterung dabei, rannten sofort in alle Richtungen los, so schnell, dass die Lehrerinnen kaum nachkamen. In regelmäßigen Abständen kamen sie zurück und präsentierten stolz ihre Ausbeute. Und ihre Eimer waren schnell mit dem unterschiedlichsten Müll angefüllt.

Der gesammelte Müll kommt später in blaue Säcke. Die werden aber hinterher nicht einfach entsorgt. Wie Röckel berichtet, wird der Müll dann von den Kindern getrennt: Papier in die Tonne für Papier, Kunststoff zu Kunststoff und natürliche Dinge in den Kompost.

Die Kinder wussten am Donnerstag auch schon, wo sie hinmussten. „Wir haben beim Spielplatz viel Müll gesehen“, sagte einer der Schüler. So beweisen die Erst- und Zweitklässler dass sie bereits einen geschärften Blick dafür haben, wo überall Müll unnötig landet. (GEA)